Preisträger der Ausstellungsreihe UPDATE COLOGNE #06 ist

ANDREAS KAISER

Nach fünf erfolgreichen Durchläufen in den Vorjahren wird die Ausstellungsreihe „Update Cologne“ in den Räumen der Michael Horbach Stiftung in 2023 fortgesetzt. Die Jury beurteilte die 95 Bewerbungen der diesjährigen Ausschreibung einer sechswöchigen Ausstellung insbesondere mit Blick auf die Qualität der eingereichten jüngeren Arbeiten, des Gesamtwerks und der Tatsache, dass die Künstler:in seit mindestens zehn Jahren in Köln ansässig sowie anhaltend künstlerisch aktiv sein muss. 

Unter Beachtung dieser Kriterien fiel die Entscheidung für 2023 auf Andreas Kaiser.

Der Künstler wurde 1967 in Fürth geboren. Sein Studium an der Kunstakademie Münster, das er 1988 begann, schloss er 1996 bei Professor Joachim Bandau ab und erhielt im Anschluss ein Stipendium der Cité Internationale des Artes, Paris. Seit 2008 hat er eine Professur für Kunst und Raum an der Hochschule Mainz inne. Von 2010 bis 2014 war er Vorsitzender des Kunstbeirates der Stadt Köln. Seit 2012 ist er Mitglied des deutschen Künstlerbundes. Kaiser lebt und arbeitet in Köln und Mainz. 2002 war er vierter Villa Aurora Stipendiat des Kölner KunstSalons. 

 

Andreas Kaiser schafft speziell für den jeweiligen Ort entwickelte Installationen. Die Interventionen und Projekte des Künstlers fordern die Besucher:innen zumeist nicht nur zur Betrachtung, sondern zur unmittelbaren Erfahrung durch körperliche Interaktion mit ihnen auf. Der Künstler verwendet dafür dem Alltag entnommene Materialien und Gegenstände – zum Beispiel goldglänzende Rettungsfolien oder alte Koffer – und fügt diese in den Kunstkontext ein. Dort bleiben sie nicht isolierte Fremdkörper, sondern treten in Beziehung zu den sie umgebenden Elementen und zu den Betrachter:innen. Sie laden dann dazu ein, Bekanntes auf neue Weise zu erleben, dessen Wahrnehmung zu verändern und es selbst im Prozess der persönlichen sinnlichen Aneignung zu verwandeln: So konnten Besucher:innen seiner vergangenen Ausstellungen einen Parcours elastischer, dicht gesetzter roter Stangen durchlaufen, trafen auf Anordnungen, die im wahrsten Sinn des Wortes „die Dinge auf den Kopf“ stellten –  wie eine Gruppe von Zelten, die ungewohnter Weise nicht auf dem Boden aufgerichtet waren, sondern von der Decke herabhingen. Ein anderes Mal forderte ein raumfüllendes Labyrinth aus Duschvorhängen Abenteuerlustige dazu auf, sich ihren Weg hindurch zu bahnen. Andreas Kaiser wandelt Vertrautes in etwas überraschend Andersartiges: Er konstruiert künstliche Eisberge, die inmitten eines heimischen Sees schwimmen, baut Schweizer Bergzüge aus Teppichboden nach oder nötigt Museumsbesucher zu Umwegen in bekannten Räumlichkeiten, angesichts unerwarteter Wände aus lichtdurchlässigen Folien.

Das geschieht bei aller Experimentierfreude des Künstlers im Umgang mit verschiedenen Materialien nie lediglich um der Gestaltung der Objekte selbst willen: Kaiser interessiert sich sehr dafür, in seinen Kunstwerken gleichzeitig die geschichtlichen Zusammenhänge des jeweiligen Umfelds bewusst zu machen. Andreas Kaiser verhilft Vergangenem und Zukünftigem, das mit dem Ausstellungsort verbunden ist, mittels optischer Verschiebungen zur Sichtbarkeit, macht es durch Temperaturänderungen spürbar oder mithilfe akustischer Elemente vernehmbar. Seine künstlerischen Eingriffe stellen bestehende Ordnungsgefüge infrage und neue Sinnzusammenhänge her – immer im Dialog mit den Betrachtenden und dem Umraum. 

 

Die Ausstellung von Andreas Kaiser wird am Sonntag, den 15. Januar 2023 von 11 bis 14 Uhr mit einer Vernissage eröffnet und eine rund sechswöchige Laufzeit haben, bis zur Finissage und Katalogpräsentation am Sonntag, den 26. Februar 2023, ebenfalls von 11 bis 14 Uhr.

Am Sonntag, den 29. Januar 2023 wird um 12 Uhr ein Artist Talk stattfindet, aktuelle Infos erfolgen dann kurzfristig hier. 

After five successful runs in previous years, the exhibition series "Update Cologne" will be continued in the rooms of the Michael Horbach Foundation in 2023. The jury evaluated the 95 applications for this year's call for entries for a six-week exhibition, particularly with regard to the quality of the younger works submitted, the overall body of work, and the fact that the artist:in must have been a resident of Cologne for at least ten years as well as being persistently artistically active. 

Taking these criteria into account, the decision for 2023 fell on Andreas Kaiser. The artist was born in Fürth in 1967. He completed his studies at the Kunstakademie Münster, which he began in 1988, in 1996 with Professor Joachim Bandau and subsequently received a scholarship from the Cité Internationale des Artes, Paris. Since 2008 he has held a professorship for art and space at the Hochschule Mainz. From 2010 to 2014 he was chairman of the art advisory board of the city of Cologne. He has been a member of the German Artists' Association since 2012. Kaiser lives and works in Cologne and Mainz. In 2002 he was the fourth Villa Aurora fellow of the Cologne KunstSalon. 

 

Andreas Kaiser creates installations specially developed for the respective location. The artist's interventions and projects usually challenge visitors not only to look at them, but to experience them directly through physical interaction. For this purpose, the artist uses materials and objects taken from everyday life - for example shiny gold rescue foils or old suitcases – and inserts them into the art context. There they do not remain isolated foreign bodies, but enter into a relationship with the elements surrounding them and with the viewers. They then invite the viewer to experience the familiar in a new way, to change its perception, and to transform it in the process of personal sensual appropriation: thus, visitors to his past exhibitions could walk through a course of elastic, densely set red poles, encountering arrangements that literally "turned things upside down" – like a group of tents that, unusually, were not erected on the floor but hung from the ceiling. Another time, a room-filling labyrinth of shower curtains challenged adventurous people to make their way through. Andreas Kaiser transforms the familiar into something surprisingly different: he constructs artificial icebergs that float in the middle of a local lake, recreates Swiss mountain ranges out of carpeting, or forces museum visitors to take detours in familiar spaces in the face of unexpected walls made of translucent foil.

For all the artist's joy in experimenting with different materials, this is never done merely for the sake of designing the objects themselves: Kaiser is very interested in simultaneously making the historical contexts of the respective environment conscious in his artworks. Andreas Kaiser helps the past and the future, which is connected to the exhibition site, to become visible by means of optical shifts, makes it perceptible through temperature changes or audible with the help of acoustic elements. His artistic interventions question existing structures and create new contexts of meaning – always in dialogue with the viewers and the surrounding space. 

 

Andreas Kaiser's exhibition will open with a vernissage on Sunday, January 15, 2023, from 11 a.m. to 2 p.m., and will run for approximately six weeks until the finissage and catalog presentation on Sunday, February 26, 2023, also from 11 a.m. to 2 p.m.

On Sunday, January 29, 2023, an Artist Talk will take place at 12 noon, current info will follow here at short notice. 



Download
Pressematerial Andreas Kaiser Porträtfoto
Porträtfoto Andreas Kaiser © Andreas Kaiser
Kaiser_2022_Kaiser.jpg
JPG Bild 3.4 MB
Download
Pressematerial Andreas Kaiser
Coltura alternata, 2013, Spirito del lago, Stresa Italien © Andreas Kaiser
Kaiser_Iceberg_RUHR2010_Baldeneysee_Esse
JPG Bild 1.9 MB
Download
Pressematerial Andreas Kaiser
Herner Modell, 2007, LWL Museum für Archäologie, Herne © Andreas Kaiser
Kaiser_Herner_Modell_2007_LWL_Museum_fü
JPG Bild 1.8 MB
Download
Pressematerial Andreas Kaiser
Iceberg, RUHR2010, Baldeneysee, Essen © Andreas Kaiser
Kaiser_Iceberg_RUHR2010_Baldeneysee_Esse
JPG Bild 1.1 MB

Update Cologne hat eine Plattform etabliert, die sich speziell der Produktion der Künstlerinnen und Künstler auch einer älteren Generation hier vor Ort widmet: Der Präsentation qualitätsvoller, konsequenter Arbeit an künstlerischen Themen, der Würdigung über lange Jahre gereifter Positionen mit Stringenz, die sich auch international messen lassen können. Hierfür generiert Update Cologne ein Podium und gibt mit Kontinuität Überblick über die Vielfältigkeit spannender künstlerischer Ansätze, die in der Stadt existieren. Sichtbarkeit und Zugänglichkeit für diese herzustellen, war bereits von Beginn an Ziel des Ausstellungsprojekts. Das ist weniger selbstverständlich als es erscheinen mag: In Köln arbeiten über 1.000 Kunstschaffende professionell und allen Widrigkeiten einer manchmal prekären Existenz zum Trotz. Der Fülle dieses Schaffens stehen vergleichsweise limitierte Optionen gegenüber, dieses zu zeigen und eine Wahrnehmung und Resonanz in der eigenen Stadt zu erfahren.

 

Zentrales Anliegen des Projektes ist das Angebot an die Kölner Künstler:innen, ihr Œuvre einmal in wirklich großdimensioniertem Umfeld zeigen zu können. Seit Abriss der Kölner Kunsthalle fehlt in Köln eine städtische Ausstellungshalle, die dies ermöglicht. Die Kunsträume der Horbach Stiftung mit ihrem natürlichen Lichteinfall, beträchtlicher Deckenhöhe und großzügiger Fläche bieten die Gelegenheit, einmal „aus den Vollen“ zu schöpfen. Dank der fortgesetzten Förderung der Ausstellungsreihe durch das Kulturamt der Stadt Köln und der Beatrix Lichtken Stiftung Köln können sich die Werke zusätzlich zur Ausstellung durch begleitende reflektierende Formate erfahren lassen. Den Förderern liegt dieses Rahmenprogramm sehr am Herzen, denn die Interaktion bleibt Kern des Erlebnisses von Kunst!  

Alle interessierten Kölner Künstlerinnen und Künstler sind herzlich einladen, sich zu bewerben.

 

Nähere Informationen zu den Bewerbungskonditionen finden Sie unter BEWERBUNG.  

Update Cologne has established a platform that is specifically dedicated to the production of artists, including an older generation here on site: the presentation of quality, consistent work on artistic themes, the appreciation of positions matured over many years with stringency, which can also be measured internationally. Update Cologne generates a podium for this and provides an overview of the diversity of exciting artistic approaches that exist in the city with continuity. Creating visibility and accessibility for these was the goal of the exhibition project from the very beginning. This is less self-evident than it might seem: in Cologne, more than 1,000 artists work professionally and against all odds of a sometimes precarious existence. The abundance of this work contrasts with comparatively limited options for showing it and experiencing a perception and resonance in one's own city.

 

The central concern of the project is to offer Cologne artists the opportunity to show their oeuvre in a truly large-scale environment. Since the demolition of the Cologne Kunsthalle, Cologne has lacked a municipal exhibition hall that could make this possible. The art rooms of the Horbach Foundation, with their natural light, considerable ceiling height and generous space, offer the opportunity to "draw from the full" for once. Thanks to the continued sponsorship of the exhibition series by the Cultural Office of the City of Cologne and the Beatrix Lichtken Foundation Cologne, the works can be experienced through accompanying reflective formats in addition to the exhibition. This supporting program is very close to the hearts of the sponsors, because interaction remains at the core of the experience of art!  

 

All interested Cologne artists are cordially invited to apply. For more information on application conditions, please visit  APPLICATION. 



Update Cologne wird gefördert von